Historische Bausubstanz

 

Ein konsequenterer Umgang mit den historischen Vorbildern unseres regionaltypischen und gewachsenen Baustils engt die Möglichkeiten zur Gestaltung bei Neubauten nicht oder kaum ein und ist daher zumutbar. Die Einhaltung traditioneller Dach-, Fenster- und Gaubenformen in Verbindung mit der Verwendung der üblichen Baumaterialien sollte so verbindlich wie möglich vorgegeben werden. Individualisierungswünsche sollten sich dem öffentlichen Interesse unterordnen, ein einheitlich nordfriesisches Stadtbild zu erhalten. Individuelles Bauen sollte also aus den öffentlich zugänglichen Sichtachsen mit traditioneller Bauweise herausgehalten werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer abgestimmten Ortsgestaltungssatzung, die zur Zeit aufgehoben ist. Regelungsbedarf sehe ich außerdem bei der Genehmigung von Photovoltaikanlagen. Was nützen dem Stadtbild schöne neue Häuser aus Rotstein mit rotem, krüppelgewalmtem Pfannendach, wenn später PV-Anlagen um die hübschen Giebel und Dachfenster dreieckig herumgebaut werden. Für PV- und Solarthermie-Anlagen sollten konsequent nur rechtwinklige Formate erlaubt werden. Stilblüten der besonderen Art sind hier die neuerdings im Außenbereich expandierenden Scheunen mit überstehender Dachhälfte. Bei 43 Cent Einspeisevergütung pro Kilowattstunde kein Wunder, aber schöner wird unsere Landschaft dadurch sicher nicht!

Info

Typisch für Niebüll und unsere Region und von Touristen sehr aufmerksam beachtet und häufig fotografiert sind historische Gebäude im Friesenstil oder im Stil der Gründerzeit. Es dominiert das vom Reetdachhaus bekannte KrüppeIwalmdach, das dem Wind wenig Angriffsfläche bietet. Fenster und Türen sind weiß und haben stehende Formate. In den letzten Jahren sind viele historische Gebäude abgerissen worden oder sind aktuell vom Verfall bedroht.