Silogelände

Nutzungskonzept - ehemaliges Silogelände

Der Vorsitzendes des städtischen Ausschusses für Bau- und Planungswesen, Umwelt und Verkehrswegeplanung  forderte mich 2005 zu einer "Denksportaufgabe" heraus, die das Gelände des abgerissenen Silos in Bahnhofsnähe betrifft:

Zum obigen Gelände habe ich mir nach einer Ortsbegehung einige Gedanken über die künftige Nutzung nach erfolgtem Abriss gemacht. Die Grundstücksgröße schätze ich auf ca. 2.500 qm. Damit scheiden Nutzungen im Bereich Einzelhandel, wie Verbrauchermarkt, Einkaufspassage, Fachhandel etc. komplett aus. Für einen Verbrauchermarkt oder einen Discounter sind 4.000 qm die absolute Mindestgröße, für ein Fachmarktzentrum o.ä. wären auch 14.000 qm noch zu wenig.

Für mich sieht eine optimale Nutzung des Grundstücks etwa so aus:

Baukörper, bestehend aus Hallen in verschiedenen Höhen und vorgelagerten Schaufenster-Pavillons verdeckt geschickt die nach Abriss des Silos immer noch vorhandene städtebauliche Mängel und Gefahren (Hinterhof-Schlauchlage, Schienenwege). Die Gestaltung der Gebäude stelle ich mir in der Art von Güterschuppen vor, sogar mit großen Dachüberständen und Rampen.
"Fenster zum Schauen" verkürzen psychologisch den Weg vom Stadtzentrum zum Bahnhof und umgekehrt. Um diesen Weg auch bei Dunkelheit kürzer, weil kurzweiliger, zu gestalten, schlage ich einen "Lichtpfad" unter Einbeziehung von Kirchensteig und Christuskirche etwa analog zu den Niebüller Stadtpfaden vor.

Handwerk plus Schaufenster

Nutzung von Hallenflächen durch Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe, die im Bereich Haus und Wohnen von der Sylt-Nähe profitieren können wie Dachdecker, Zimmereien, Tischler, Ofensetzer, Solar-Techniker.
Nutzung der Schaufenster- und Ausstellungs-Pavillons durch diese oder auch andere Betriebe mit "Sylt-Perspektive" (Kamine + Öfen, Friesen-Bänke, Gartenmöbel, Solar-Module, Fahrradverleih, Sylt-Service usw.)

Den Stickereibetrieb Helge Johannsen könnte ich mir ebenfalls auf dem Grundstück vorstellen. Habe mit ihm schon gesprochen und einen Denkprozess angeregt. Junge Leute wünschen sich in Niebüll eine Discothek. Evtl. lässt sich auch ein Haus der Jugend damit kombinieren. Die Nähe von Schulzentrum, ÖPNV und Bahnhof lässt das nicht ganz abwegig erscheinen. Betreuung und Zerstreuung, alles zu seiner Zeit. Synergien könnte es in der Verbindung Jugend + Handwerk geben (Praktika? usw.)

Südwestlich gelegene Dachflächen-Anteile könnten für Solarmodule genutzt werden. Vielleicht ist auch die Idee einer Aussichtsplattform, eines "Kleinbahn-Museums" mit Museumsbahnanschluss nach Dagebüll integrierbar.

Dieser Nutzungsvorschlag erhebt keinen Anspruch auf Machbarkeit oder Vollständigkeit. Aber vielleicht kann ich mit meinen Ausführungen zu dem nicht ganz einfach zu nutzenden Silogrundstück einige Damen und Herren des Ausschusses zu weiteren Ideen inspirieren.

 

Dem Vernehmen nach ist auf dem Grundstück jetzt Wohnbebauung durch einen öffentlichen Bauträger vorgesehen.

Info

Blick auf das ehemalige Silogelände nach Abriss der Gebäude.